In Deutschland gibt es ca. 46 bekannte Arten von Regenwürmern.

Zu einer von ihnen gehören Dendrobenas, auch „Dendrobena Veneta“ oder „Dendrobena Eisenia Veneta“ genannt.
Sie sind so genannte „Rotwürmer“, Dendrobenas werden aufgrund ihrer Größe auch „Riesenrotwürmer“ genannt.
Der Name „Dendrobena“ stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet „Baumgeher“ oder „Baumsteiger“. Dies liegt vermutlich an der markanten Art der Fortbewegung. Wie alle Regenwürmer bewegen sich auch Dendrobenas durch Zusammenziehen und Strecken der einzelnen Körperringe (=Segmente) fort.

Lebensraum und Nahrung

Dendrobenas leben im Erdboden. Sie mögen es wie die meisten Regenwürmer dunkel, warm (optimal um ca. 25° Celsius) und feucht.
Dendrobenas haben aufgrund der ständigen Finsternis in ihrem Lebensraum keinen Schlafrhythmus. Je nach Temperatur können sie jedoch in eine Kälte- oder Wärmestarre verfallen.
Bei mehr als 45°C flieht der Wurm. Derartige Hitze ist für ihn tödlich.
Sie ernähren sich am liebsten von modrigen Pflanzenresten, aber auch Obst- oder Gemüsesorten mögen sie. Nach der Verdauung wird alles zu fruchtbarem Wurmhumus, der sich gut zum Düngen eignet.
Dendrobenas haben übrigens 5 Herzen und 6 Nieren. Eine Lunge benötigen sie nicht, Sauerstoff wird über die Haut aufgenommen.

Fortpflanzung

Bei Dendrobenas handelt es sich um Zwitter, die allerdings nicht zur Selbstbefruchtung fähig sind. Sie brauchen zur Vermehrung also einen Partner.
Die Paarung findet zumeist im Frühjahr oder Herbst statt. Die Würmer befruchten sich gegenseitig. Hierbei werden über die Bauchseite Spermien ausgetauscht, mit denen Eier befruchtet werden. Diese Eier werden in Kokons gelagert. Die Kokons enthalten 1-7 Wurmeier, ein Ei beinhaltet 1-2 Würmer. Die Dauer von Kokonablage bis zum Schlüpfen ist abhängig von den äußeren Bedingungen und kann Wochen bis Monate dauern. Die Kokons werden zum Schutz tief in der Erde vergraben.
Die geschlüpften Würmer brauchen ca. 100 Tage, bis sie voll entwickelt und geschlechtsreif sind.

Nutzung

Dendrobenas sind wahre Superwürmer.
Sie verwerten organischen Abfall wie kein anderes Tier und verwandeln ihn in fruchtbaren Humus, was ihn bei Gärtnern sehr beliebt macht. Der Boden, durch den sie sich bewegen, bleibt locker und sauerstoffhaltig, Wasser kann problemlos gleichmäßig eindringen.
Der oben erwähnte Wurmhumus ist als Dünger bei Gärtnern sehr beliebt.
Wenn man Dendrobenas zur Wurmkompostierung verwendet, sollte man unbedingt auf seine Temperaturvorlieben (siehe oben) achten. Der Komposthaufen sollte außerdem immer feucht sein. Um ihn im Sommer vor Austrocknung zu schützen, eignet sich leichte Pappe, die immer wieder mit organischem Abfall bedeckt werden kann. Diese wird von den Würmern mitverarbeitet.

Gute Belüftung ist für die Würmer lebenswichtig.

Bei Anglern wird der Riesenrotwurm kurz „Dendro“ genannt. Besonders beliebt ist er hier wegen seiner Größe, der auffälligen Farbe und der Langlebigkeit unter Wasser. Anders als Artgenossen scheidet er kein übelriechendes Sekret bei Gefahr aus, was ihn zu einem wertvollen Futterwurm macht – auch für Schildkröten, Molche, Echsen und Kröten.

Dendrobena kaufen kann man im Internet, aber auch in Fachgeschäften.
Es besteht auch die Möglichkeit, sie selbst zu züchten. Da er sehr robust ist, stellt dies selten ein Problem dar.